ARTLABHEIDELBERG 2017-2010

Art Lab Heidelberg 2017 – 2010

http://artlabheidelberg.com/

 

Konzeptionelle Grundgedanken

Kulturgesellschaft im Wertewandel – Ansätze für eine neue Strategie des kulturellen Dialoges

Der Wert des Geldes wurde in den letzten 20 Jahren relativer und unsicherer. Anleger spekulieren mit verschiedenen Währungen, nicht mehr mit einem starken Dollar, sie nutzen kurzfristig den Boom der Aktienkurse oder sie kaufen die Goldreserven auf, sofern dies noch möglich ist. Und dies alles, um damit wirtschaftliche Gewinne zu machen.

Werden die genannten Wirtschaftswerte unsicher, kommt einem weiteren Wert eine immer stärkere wirtschaftliche Bedeutung zu: der bildenden Kunst. Kunstwerke – zumal von sogenannten berühmten Künstlern – fungieren heute mehr denn je als Wirtschaftsprodukte, obwohl sie von den meisten Urhebern bei ihrer Entstehung als subjektive Ausdrucksformen innerer und äußerer Welten angesehen werden.

Zwar kommt dem Kunstwerk in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung als originales einzigartiges Werk zu, dessen Aura Sammler zu der Überzeugung kommen läßt, es für einen bestimmten Preis besitzen zu wollen, aber erst der weltweit organisierte Kunstmarkt macht es möglich, dass Kunstwerke immer weniger aus wahrnehmungsästhetischen und immer öfter aus wirtschaftlichen Aspekten erworben werden. Kunst wird demnach immer mehr zum elitären Lust- oder Sammelobjekt und immer weniger zum erkenntnisstiftenden Wertobjekt.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Kulturgesellschaft?

Die wesentlichen Vorzeigeelemente der repräsentativen Hochkultur, wie sie in den meisten Städten der westlichen – inzwischen auch der östlichen Welt – entstanden, sind heute Theater, Museen, Konzert- und Ballettsäle sowie Orte der Literatur und anderer künstlerisch hochwertiger Bereiche.

Diese Situation führt in der heutigen Zeit dazu, daß die Schwellenangst vor den “Kulturtempeln” und der sog. Hochkultur immer größer wird, weil die Besucher Kunst nicht einfach betrachten können und sich von ihr beeindrucken, erfreuen und wahrnehmungsästhetisch erfüllen lassen können. Die Angst davor, sich als ein ungebildeter Betrachter ‘outen‘ zu lassen wächst und die Kluft zwischen Kunst und Rezipient wird zunehmend größer. Diese Distanz zwischen Kunst und Rezipient lässt sich auch darin erkennen, dass viele Menschen, und hier meist die jüngeren, eher Massenkonzerte und andere Veranstaltungen besuchen, in denen sich zeitgenössische Gefühle und Zeitgeist manifestieren, als Orte, die sich vorrangig mit Geschichte und Geschichten der Vergangenheit auseinandersetzen.

Die Folge daraus ist ein Museumsbegriff, der das Kunstwerk nicht mehr in seiner Eigenwertigkeit vorstellt, sondern es ohne seine Individuelle Aura meist in einen historischen Kontext stellt und es damit zum Dokument einer Epoche macht. Eine weitere Konsequenz daraus ist, dass dem Museumsbesucher deutlich gemacht wird, dass er Werke der Kunst ohne ein allgemeines kulturelles und ohne ein spezifisches kunsthistorisches Wissen nicht wirklich tiefergehend betrachten kann. Museumsbesucher müssten sich demnach, um der Vorstellung der kunsthistorisch ausgerichteten Museen entsprechen zu können, zuerst eine kulturelle Bildung aneignen, bevor sie Kunst betrachten können.

Hinzu kommt die historische Kluft zwischen Werken der Geschichte und der Gegenwart des Betrachters. Seit es Museen gibt, gehen die Wissenschaftler konsequent der zeitgenössischen Kunst aus dem Weg, da diese ja angeblich nicht in ihrer Qualität erkennbar sei, während historische Werke durch die Geschichte bereits relativiert seien. Kulturinstitutionen bedienen sich seit dem 19. Und 20. Jahrhundert immer öfter der Argumente, dass Werke der Gegenwartskunst und die Künstler der Gegenwart nicht verständlich sein. Dies So kommt es dazu, dass die meisten Museen der Welt keine Kunstmuseen mit Gegenwartsbezug sind, sondern vielmehr historische Museen mit Kunstwerken, die in einen historischen Kontext und Koordinatensystem gesteckt werden und damit als Dokumente kulturellen Wissens fungieren.

Eines der interessantesten Phänomene unserer – vor allem in den westlichen Ländern gewachsenen Vorstellung von “Hochkultur” – ist die Entwicklung der zunächst höfischen und kirchlichen Kunstsammlungen einerseits, der privaten Wunderkammern andererseits zu kommunalen oder privaten Museen, in denen nach kunsthistorisch elaborierten Regeln vor allem die hohe Kunst aussergewöhnlicher und besonderer Künstler gesammelt wird. Die Qualitätskriterien betreffen dabei die Bereiche eines definitiven Kunstwollens, eines technisch versierten Könnens, innovativer Gedanken und individueller Kunstsprachen, inhaltlich einzigartiger und Schönheiten oder Missstände der Gesellschaft enthüllende Ausdrucksformen, die sich sowohl auf subjektive innere, als auch auf nachvollziehbare äußere Welten beziehen können sowie die multidialogische Auseinandersetzung des Künstlers mit kollektiver oder individueller Geschichte und Kunstgeschichte. Diese Werke fungieren immer mehr als Relikte der Geschichte und werden zu archäologischen Zeugnissen degradiert. Mit ihnen tritt eine allmähliche Vertotung (Adolf Furtwängler 1899) der Museen ein und eine wachsende Distanzierung der Menschen von den Kulturinstitutionen.

Soll Kunst wirklich vornehmlich ein Objekt der wissenschaftlichen Betrachtung und weniger ein Ort der wahrnehmungsästhetischen Auseinandersetzung des Subjektes mit einem Intersubjekt sein, dem eine lesbare Sprache sowie erkennbare und erfühlbare Codes eines anderen Subjektes innewohnen?

Ich glaube, daß wir alleine schon deshalb neue Formen des Dialoges und der Kommunikation zwischen Menschen und Kunstwerken entwickeln müssen, weil nicht nur Massen älterer Generationen, sondern vor allem auch die der jüngeren Generationen keinerlei Interesse oder Bedürfnis haben, die Tempel der repräsentativen Kultur und damit auch Museen zu besuchen, um examiniert oder vor allem weitergebildet zu werden. Vielmehr sollten viele Bürgerschichten in unkomplizierterer – wenn auch nicht banaler Weise – mit Werken der Gegenwartskunst und vor allem mit den hinter ihnen stehenden Künstlern in Kontakt kommen, um in ihrer Eigenwahrnehmung bestärkt zu werden und um ein Gefühl für subjektive ästhetische Entscheidungen zu bekommen, die – nach Hannah Arendt – als wesentliche Grundlage für die Formulierung einer politischen Entscheidung zu erhalten.

Wenn Hilmar Hoffmann, der unter dem früheren Frankfurter Oberbürgermeister Walter Wallman gewählte berühmte Kulturdezernent in den 70er und 80er Jahren in seinen Publikationen und in der Politik “Kultur für alle” forderte und unter dieser Prämisse mit Peter Iden und Heinrich Klotz das Frankfurter Museumsufer konzipierte und realisierte, um mehr Menschen in die Museen zu bringen und um sie an der damals einsetzenden wirtschaftlichen und kulturellen Blüte der Stadt Teil haben zu lassen, möchten wir dieser Position der Förderung von kultureller Bildung im Rahmen der kulturellen Institutionen ein neues Modell der “Kunst für den Menschen” gegenüberstellen, das nicht die kommunale oder staatliche Institution als Ausgangspunkt des Kennenlernens und der Auseinandersetzung mit Kunst vorsieht, sondern neue Plattformen der Gegenwartskultur entwickelt, die die wahrnehmungsästhetische Annäherung des Betrachters an Werke, Vorstellungen und Projekte von Künstlern der zeitgenössischen Künste versuchen und den Menschen über dialogische und kommunikative Strukturen in ihrem eigenen ästhetischen Urteil stärken. Selbstverständlich wollen wir bei diesem Modell auch eine die kulturelle Bildung behutsam fördernde Pädagogik anwenden, um den Menschen auf mehreren Ebenen ein Einfühlungsvermögen in ästhetische Vorstellungs- und Formenwelten zu ermöglichen.

Dabei geht es allerdings nicht um die ästhetische Erziehung des Menschen, sondern um die Förderung seiner ästhetischen Wahrnehmung und seiner ästhetischen Urteilskraft.

Wo bilden sich ästhetische Positionen heraus, die den Menschen ansatzweise Einblicke in die tieferen Zusammenhänge eines ästhetischen Werturteils geben können? In den Ateliers der Künstler, in den Akademien und Kunsthochschulen, in Produktionsstätten zeitgenössischer Kunst und Kultur, wo Werke und schöpferische Prozesse von oft talentierten und kreativen Menschen entstehen. Um Einblicke in das schöpferische Denken und Handeln zeitgenössischer Künstler gewinnen zu können, ist es dringend notwendig, Möglichkeitsfelder, Aktionsräume und Plattformen für die Künstler zu öffnen und die Rezipienten zu diesen Plattformen einzuladen, um mit ihnen in einen Dialog über Kreativität, schöpferische Prozesse und ästhetische Wahrnehmung einzutreten.

Eine solche Plattform möchte das Modell des artlab sein, eines Kunstlabors, das Künstler verschiedener Provenienz und Ausdrucksformen zusammenführt, sie in Ateliers zu kooperativem Arbeiten auffordert und das Publikum mit ihnen und ihren Werken im Rahmen von Projekten, Ausstellungen und Veranstaltungen innerhalb von kommunikativen Strukturen zusammenbringt. Ein solches Modell eröffnet neue Allianzen und Gemeinschaften zwischen Künstlern und Rezipienten, führt konsequent zu einer Stärkung der ästhetischen Urteilskraft des Menschen und zu einer Kultivierung der Gesellschaft in verschiedenen Ebenen der Bürgerschichten.

Auf dieser Basis wollen wir Stadt und Stadtraum als Kulturraum begreifen und die Kunst zu den Bürgern bringen, indem Künstler in ihrer kreativen Arbeit gefördert und durch Öffnung von temporär nutzbaren Räumen Möglichkeitsfelder der Präsentation und Kommunikation erhalten.

Rolf Lauter

 

 

Ausstellungsräume

 

Konzept

Art Lab Heidelberg

Laboratory for Art and Culture,  Artist Studios, Residency Program, Creativity Center, Think Tank, Center for Contemporary Art, Art Spaces & Exhibition Areas

1       Projektidee                                                                                                 

Das im Aufbau befindliche ART LAB HEIDELBERG, das in den Jahren 2010-2011 auf dem Gelände der Alten Tabakfabrik P. J. Landfried – unweit von Hauptbahnhof und Autobahn – entstehen wird, möchte sein Publikum zukünftig in einen Areal einladen, das gegenüber traditionellen Kulturinstitutionen neue Wege beschreitet. Die Besucher werden hier in die verschiedensten innovativen, konzeptionellen, kreativen, künstlerischen, pädagogischen und wahrnehmungsästhetischen Projekte einbezogen und zu einem offenen kulturellen Dialog über die unmittelbare und sich permanent wandelnde Gegenwart eingeladen, so daß sie nach erlebnis- und erkenntnisreichen Erfahrungs- und Vermittlungsprozessen durch ein neues Verständnis für die Gegenwart bereichert werden.

Als wesentliche Ziele des ART LAB HEIDELBERG möchten wir die Förderung der Kreativität und schöpferischen Potenziale des Menschen, die Schulung seines ästhetischen Bewußtseins und seiner kritischen Urteilskraft, die Intensivierung seiner Wahrnehmung sowie eine behutsame Erweiterung seiner humanistischen Kulturorientierung benennen, ohne auf eine einseitige Dominanz des Wissens zu zielen. Entsprechende Aktivitäten und institutionelle Organisationen werden in dem in Gründung befindlichen ART LAB HEIDELBERG, in einem weltweit einzigartigen Kreativitätszentrum mit ThinkTank sowie im Center for Contemporary Art und den daran angegliederten Künstlerateliers, die im Rahmen eines Artist in Residence Programms realisiert werden.

Nach seiner mehr als 300-jährigen Geschichte wollen wir die Institution Museum damit erstmals mit einem Organisationsmodell flankieren und erweitern, das nicht mehr vorrangig die „Rekonstruktion von Geschichte“ durch das Sammeln von Kunstwerken sowie das Vermitteln von Kunst und kultureller Bildung erreichen will, sondern wir möchten vielmehr den mentalen und technischen Entstehungsprozess von künstlerischer Produktion im Dialog mit den Künstlern zeigen, die spezifische Aura eines in der Gegenwart entstandenen Kunstwerks erfahrbar werden lassen, die subjektive ästhetische Wahrnehmung trainieren und den sinnstiftenden Dialog unter Menschen aufbauen. Alle drei Organisationseinheiten werden sich in jeweils spezifischer Weise sowohl an Erwachsene, als auch an Kinder und Jugendliche wenden.

2        Areal P. J. Landfried Heidelberg

Die sehr günstige Lage des Landfriedgeländes in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptbahnhof und zur Autobahn in Heidelberg ermöglicht eine hervorragende Organisations- und Verkehrsentwicklung. Darüber hinaus bietet das Areal von seiner Topographie und urbanistischen Anlage her außergewöhnliche Voraussetzungen für einen Standort mit hohen Qualitätskriterien unter Einbeziehung der Bereiche Kultur, Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und EventCulture, Leben, Erleben und Freizeitgestaltung für verschiedene Generationen. Das Gelände mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden aus dem frühen 20. Jahrhundert kann zu einem einmaligen Standort und kulturellen ‚Leuchtturm-Projekt’ für Heidelberg und die gesamte Metropolregion werden. Hierfür spielt neben den geplanten Institutionen und den auf kultureller Vielfalt basierenden Aktivitäten ebenfalls eine große Rolle, dass die junge Musik und Event-Culture auf dem Areal bereits ein deutliches Zeichen für Gegenwartskultur gesetzt haben.

3       Art Lab Heidelberg

„Die Museen sind die Universitäten von Morgen“   (Peter Sloterdijk)

Wenn Peter Sloterdijk die Museen als die Universitäten von Morgen bezeichnet, dann wollen wir diesen Gedanken aufgreifen und sowohl konzeptionell als auch inhaltlich erweitern. Nicht das traditionelle Museum, sondern eine neue Form des Museums kann diese Aufgabe erfüllen, sofern sich bestimmte Koordinaten ändern.

Die einzigen staatlichen Akademien der Bildenden Künste in Baden-Württemberg sind in Karlsruhe und Stuttgart angesiedelt, während Mannheim nur über eine Freie Akademie der Künste verfügt. Akademien spielen für die kulturelle Positionierung einer Region eine eminent wichtige Rolle, da sich durch die Förderung künstlerisch begabter Menschen ein nicht zu unterschätzendes kulturelles Netzwerk entwickelt, was sich in kurzer Zeit als Standortvorteil manifestiert. Deshalb ist es von wesentlicher Bedeutung, in Heidelberg, einer der berühmtesten Städte der Wissenschaft und Geschichte, ein Zeichen der Kreativitäts- und Kunstförderung für junge Generationen zu setzen, um die dort studierenden und lebenden Menschen mit einem kulturell lebendigen gesellschaftlichen Ambiente in ihrem gegenwartsbezogenen Lebensgefühl zu bestätigen und längerfristig an den Standort zu binden.

Mit dem ART LAB HEIDELBERG wird in der Metropolregion eine für die weitere kulturelle Entwicklung des Standortes zentrale Institution etabliert, die vor allem kreativ-künstlerische sowie geistig-kulturelle Potenziale junger Generationen fördert und damit gegenüber den bisher im Wesentlichen unterstützten Bereichen der Geschichte, Wissenschaft und Forschung ein neuer wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Zukunft legt. Mit dem ART LAB HEIDELBERG wollen wir dem bisher fast ausschließlich auf Geschichte, Traditionen und historischen Akzenten aufbauenden Image der Stadt Heidelberg einen gleichgewichtigen Wert gegenüberstellen, der das bildnerische Denken der Gegenwart zum Ausgangspunkt nimmt und sich auf die Auseinandersetzung mit Werten, schöpferischen und künstlerischen Positionen sowie innovativen Konzepten aus allen Bereichen der zeitgenössischen Lebenswirklichkeit auseinandersetzen.

4       Kreativitätszentrum

Das Krerativitätszentrum versteht sich als ein dem ART LAB HEIDELBERG angegliedertes Forum, das die Kreativität und schöpferischen Potenziale des Menschen von heute und insbesondere das bildnerische Denken des Künstlers erforscht und fördert. Hier werden Künstler, Pädagogen und Wissenschaftler im Gespräch mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen neue Wege des lernenden Lehrens und der Förderung von spezifischen Begabungen unterschiedlichster Individuen beschreiten, um ihnen auf ihrem Weg der gesellschaftlich-kulturellen Sozialisation ein ästhetisches und kritisches Bewußtsein und damit eine subjektive Seinsvorstellung sowie eine humanistische Kulturorientierung mitzugeben.

5      Think Tank

In dem konzeptionell bereits vorbereiteten Think Tank, den wir als einen kulturellen Denkraum bezeichnen wollen und der räumlich in die Ausstellungshalle integriert ist, werden wir den Dialog über das Denken der Gegenwart, über ethische Werte, über Kreativität und schöpferisches Denken sowie über eine humanistische Kulturorientierung der Gesellschaft fördern. Philosophen, Wissenschaftler, Forscher, Künstler, Politiker und Menschen mit besonders ausgeprägten geistigen und rhetorischen Qualitäten werden mit Moderatoren Gespräche über zentrale Fragen von Mensch und Welt, Gesellschaft, Natur und Leben führen, um sich einem ’Wertekanon der Gegenwart’ anzunähern. Die vor Publikum geführten Gespräche werden in Publikationen unter dem Titel Heidelberger Gespräche zur Kunst und Kultur veröffentlicht.

6       Center for Contemporary Art

Mit dem ART LAB HEIDELBERG, dem Kreativitätszentrum und dem Think Tank architektonisch, strukturell und inhaltlich eng verbunden ist die Center for Contemporary Art, ein Ausstellungsraum für Zeitgenössische Kunst. Hier werden wir in rhythmischer Folge monografische und thematische Ausstellungen präsentieren und zur Diskussion stellen, die aufgrund ihrer inhaltlichen Fragestellungen für das „Hier und Jetzt“ (Walter Benjamin), d.h. unsere jeweilige Gegenwart, von Bedeutung sind und erkenntnisstiftende Aspekte über Fragen der Wahrnehmung und der Erfahrung von Wirklichkeit ansprechen.

Zum einen werden hier Werke internationaler Persönlichkeiten der Gegenwartskunst mit einer herausragenden, individuell geprägten künstlerischen Qualität vorgestellt, auf ihre inhaltliche Bedeutung hin analysiert und nach bestimmten wahrnehmungsästhetische Leitlinien vermittelt, zum anderen sind hier Werke, Installationen, Räume und kontextbezogene Arbeiten von ausgewählt begabten jungen Künstlern zu sehen, die mit Blick auf eine grenzerweiternde inhaltliche Vorstellung, eine individuelle Sprache, einen innovativen formalästhetischen Ausdruck sowie auf eine tiefempfundene und nachhaltige Subjektivität ausgewählt werden. Hier spielt das Prinzip des ‚Crossover-Dialoges’ unterschiedlicher und sich gegenseitig erhellender künstlerischer Positionen eine wesentliche Rolle. Fragen der individuellen, nationalen und kulturellen Identität der Künstler stehen dabei ebenso im Vordergrund, wie Fragen der ästhetischen Rezeption, der Innovation, des schöpferischen Denkens und der gegenwartsbezogenen Weltpartizipation.