WILHELM-MÜLLER SAAL, KHMA 2005

Wilhelm-Müller Saal

Max Ernst und die frühe Moderne in der Kunsthalle Mannheim

Ein Projekt der Wilhelm-Müller-Stiftung

Kunsthalle Mannheim, Eröffnung 6. Oktober 2005

 

Einladung

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , EINLADUNG, ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , EINLADUNG, ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

Installation Oktober 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, WILHELM LEHMBRUCK UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, WILHELM LEHMBRUCK UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSKAR SCHLEMMER, FERNAND LEGER, JULIO GONZALEZ UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSKAR SCHLEMMER, FERNAND LEGER, JULIO GONZALEZ UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSKAR SCHLEMMER, FERNAND LEGER, JULIO GONZALEZ UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSKAR SCHLEMMER, FERNAND LEGER, PAUL KLEE, JULIO GONZALEZ UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSKAR SCHLEMMER, FERNAND LEGER, JULIO GONZALEZ, PAUL KLEE, WASSILI KANDINSKY, BERNHARD MARTIN, GIUSEPPE GALLO UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSKAR SCHLEMMER, FERNAND LEGER, JULIO GONZALEZ, PAUL KLEE, WASSILI KANDINSKY, BERNHARD MARTIN, GIUSEPPE GALLO UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSKAR SCHLEMMER, FERNAND LEGER, JULIO GONZALEZ, PAUL KLEE, WASSILI KANDINSKY, BERNHARD MARTIN, GIUSEPPE GALLO UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSSIP ZADKINE, ALEXANDER ARCHIPENKO, GIUSEPPE GALLO, BERNHARD MARTIN UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, ALEXANDER ARCHIPENKO, GIUSEPPE GALLO, BERNHARD MARTIN UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, ALEXANDER ARCHIPENKO, GIUSEPPE GALLO, BERNHARD MARTIN UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSSIP ZADKINE UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSSIP ZADKINE UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

DR. ROLF LAUTER. WILHELM-MÜLLER SAAL, MAX ERNST, UMBERTO BOCCIONI, OSSIP ZADKINE UND DIE FRÜHE MODERNE, WILHELM-MÜLLER STIFTUNG IN DER KUNSTHALLE MANNHEIM , ERÖFFNUNG 6. OKTOBER 2005

 

Wilhelm-Müller Saal

Max Ernst und die frühe Moderne in der Kunsthalle Mannheim

Ein Projekt der Wilhelm-Müller-Stiftung

Kunsthalle Mannheim

Eröffnung  6. Oktober 2005

In einem großen Ausstellungsraum des Altbaus finden einige der wichtigsten Werke der klassischen Moderne aus der Sammlung der Kunsthalle nach aufwendigen Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten, die nur durch eine großzügige Förderung der Wilhelm Müller-Stiftung durchgeführt werden konnten, einen neuen Standort. Eine umfangreichhe Werkgruppe von Max Ernst sowie sehr qualitätvolle Arbeiten von Alexander Archipenko, Umberto Boccioni, Julio Gonzalez, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Fernand Leger, Jacques Lipchitz und Oskar Schlemmer fügen sich mit einigen Werken der jüngsten Gegenwart zu einem dialogischen Ensemble zusammen, das Grundpositionen abstrakter, konkreter oder surrealer Formwelten der Moderne eindrucksvoll vor Augen führt. Damit kehrt ein wichtiger Sammlungsbestand des Mannheimer Museums in einem völlig veränderten Präsentationsrahmen zurück, um einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einer „Neuen Kunsthalle“ zu markieren.

So wird etwa das Dripping-Bild von Max Ernst mit einem „postmodernen“ Dripping-Zitat in einem großformatigen Bild von Bernhard Martin konfrontiert oder treffen kleinformatige erzählerische Bilder mit verschlüsselt-surrealen Formenwelten des italienischen Künstlers Giuseppe Gallo in einem ‚symbolischen Balanceakte’ auf die abstrakten, lyrisch-phantastischen Bildwelten von Wassily Kandinsky, Paul Klee oder Fernand Leger. Abstraktion, Konstruktion oder Dekonstruktion treffen in diesem Raum in einer Weise dialogisch aufeinander, dass der Betrachter sein ästhetisches Wertegefühl hinterfragt sieht und wieder neu sehen lernen muss,

Unter dem Titel „Max Ernst und die Klassische Moderne“ präsentiert die Kunsthalle Mannheim in dem von der Wilhelm Müller-Stiftung komplett restaurierten Saal A 12 eine umfassende Neuinszenierung einer größeren Gruppe von hochkarätigen Werken aus dem Sammlungsbestand. Viele Gemälde und Plastiken, die aus restauratorischen Gründen lange nicht zu sehen waren, werden in einem neuen architektonischen Rahmen präsentiert. Alle gezeigten Werke „erstrahlen in neuem Glanz“, sind frisch restauriert und hier muß schon wieder die Wilhelm Müller-Stiftung erwähnt werden, hat sie doch beträchtlich zur Ausstattung der Werkstatt der Restauratoren beigetragen. Die Wilhelm Müller-Stiftung geht auf den Mannheimer Unternehmer Wilhelm Müller zurück, der in den 30er Jahren eine der ersten Coca Cola Abfüllkonzessionen in Deutschland erwarb. Aus dieser Firma entwickelte sich die heutige HMI Erefrischungsgetränke GmbH Co. KG, die eines der bedeutensten Getränkegroßhandelsunternehmen im südwestdeutschen Raum ist. Nach dem Tod seiner Ehefrau Ruth, die das Unternehmen nach Müllers Tod weitergeführt hatte, ging das Vermögen des Ehepaares im Jahre 1984 in die Stiftung über. Ihr Zweck sieht die Förderung ausgewählter Institutionen vor, darunter Krankenhäuser, die Universität der Stadt Mannheim und kulturelle Institutionen. Wenn man bis in das Jahr 1988 zurückgeht, wird man in allen Bereichen der Kunsthalle Mannheim immer wieder auf die Wilhelm Müller-Stiftung als Mitfinanzier stoßen. Ob Skulpturen- oder Bilderankäufe, ob Publikationen oder Bereiche der Infrastruktur eines Museums, sehr viele Projekte konnten nur durch eine großzügige Spende der Wilhelm Müller-Stiftung durchgeführt werden.

Als 1980 Heinz Fuchs für die Kunsthalle Mannheim das opus magnum von Max Ernst – seine größte, freistehende Plastik Capricorne –kaufte, war der Sammlungsschwerpunkt des Museums klar umrissen: Die Kunsthalle Mannheim war unter der Ägide Fuchs zu einem Hort der modernen Plastik geworden und hatte mit Capricorne eine der wichtigsten Plastiken des 20. Jahrhunderts in ihren Besitz. Werner Spies hat sie zurecht eine „enzyklopädische Plastik“ genannt, da man an der dekorativen Formstruktur fast alle Phasen der plastischen Gestaltung von Max Ernst ablesen kann. Capricorne entstand in einer ersten Fassung 1948 in Zement bei Sedona, eingebunden in die Fels-und Canonlandschaft Arizonas. Ganz im Sinne der Surrealisten verwendet Max Ernst für die Herstellung seiner fantastischen Geschöpfe Fundstücke, klassische „objet trouvées“ und Zement, mit deren spielerischen Nutzung er sein humoristisches Arrangement entwickelte. Flaschen, Eierkartons, die Feder eines LKWs oder ein Mopp sind für die Formfindung verantwortlich, gemäß dem surrealistischen Diktum, dass bei dieser Art Werkschöpfungen das Unterbewusstsein, in dem „jeder normale Mensch einen unerschöpflichen Vorrat an vergrabenen Bildern“ trägt, Regie führt. Im Mythos der alten Griechen war Capricorne (Steinbock) ein Zwitterwesen mit dem Oberkörper eines Ziegenbocks und dem Unterleib eines Fisches. Er wurde von Aigipan, dem ziegengestaltigen Pan, mit der Nymphe Aix gezeugt. Weil Capricorne Zeus im Kampf gegen die Titanen beistand, versetzte ihn dieser zum Dank dafür als Tierkreiszeichen an den Sternenhimmel.

Die beiden Gemälde von Max Ernst Mutter und Kind auf dem Erdball und Mövenflug zitieren die Vogelmetapher und verweisen wie Capricorne auf einen kosmologischen Zusammenhang. Eine absolute Rarität in der deutschen Museumslandschaft bildet das Gemälde Junger Mann, gereizt durch den Flug einer nichteuklidischen Fliege. Es ist eins der wenigen Werke von Max Ernst bei dem auf experimenteller Basis das Verfahren des Drippings „erfunden“ wurde. Jackson Pollock war bei den Versuchen von Max Ernst anwesend und hat das Verfahren als Methode für seine Bildherstellung aufgegriffen.

Gegenüber dem Dripping von Max Ernst findet man ironischer Weise ein „postmodernes“ Dripping-Zitat auf einem Akkordeon. Das großformatige Gemälde von Bernhard Martin, der auch schon bei der Ausstellung „Direkte Malerei“ mit einem ganzen Saal vertreten war, trägt den vielsagenden Titel Sad Song – Branchenjammern und zeigt auf raffinierte Weise wie die zeitgenössische Malerei die Traditionslinien der Klassischen Moderne zitiert, variiert oder gar dekonstruiert.

Die Trennung zwischen den freien und den angewandten Künsten aufzuheben war das Ziel der Arbeit des 1919 in Weimar von dem Architekten Walter Gropius gegründeten „Bauhauses“. Die Gemälde von Wassily Kandinsy, Rund und spitz, Paul Klee, Gartensiedlung und Oskar Schlemmer, Triptychon zeugen von der Tätigkeit als „Formmeister“ an der „Kathedrale der Zukunft“. Stets geht es um die Gesetzlichkeiten einer Farb- und Formenkomposition, um den spielerischen „Schaukampf“ abstrakter Elementarformen spitz gegen rund, um das Verhältnis von farbig amorphen Grundstrukturen, über die ein feines, schwarzes Liniengefüge aus vorwiegend Senkrechten und Waagerechten gelegt wird, die die Assoziation von Gartenhäuschen evozieren. In Schlemmers Oeuvre spielt seit 1913 die Beschäftigung mit der menschlichen Gestalt eine ganz entscheidende Rolle. Das Mannheimer Triptychon ist das letzte Beispiel aus der Motivreihe „Tischgesellschaft“, wobei in seinem Spätwerk Weise dominante Rückenfiguren den Blick in die Bildtiefe verstellen, so dass der Betrachter trotz formaler Anlehnung an sakrale Vorgaben immer das Gefühl hat, außerhalb des Bildes zu stehen.

Das Mannheimer Bild Taucher von Léger ist die letzte Version einer Serie von Gemälden und Skizzen, die der Künstler zwischen 1940 und 1945 im amerikanischen Exil malte. Einerseits greift er auf frühere Konzepte seines athletischen Körperideals zurück, andererseits betont er das Fließende, Schwebende und Spielerische. Durch die großzügige Vereinfachung der Form, durch die Leuchtkraft seiner Farbflächen, durch die Transparenz der die Bildstruktur überflutenden Farben und durch die Kreisbewegung der Figuren gelingt die künstlerische Umsetzung von körperlicher Schwerelosigkeit und Kraft zugleich, die ihn an den Bewegungen der Schwimmer so fasziniert hatte.

Neben den schwerelosen Tauchern sieht man Julio Gonzalez’ Tänzerin. Sein für die Kunst entdecktes Verfahren, die Schweiß- und Schmiedetechnik mit dem unkünstlerischen Werkstoff Eisen, erwies sich für die moderne Plastik als besonders fruchtbar und richtungsweisend. Gonzales rechnet mit der Beweglichkeit des Betrachters, der im Umschreiten das Bildwerk zu einer Gestalt zusammensetzt. Ungegenständliche Ausschnittformen suggerieren Figürliches: Stäbe, Platten, Winkel fügen sich zu einem Gebilde zusammen, welches trotz der Behäbigkeit des Eisens die Wesenszüge einer Tanzenden freilegt.

Auch wenn der futuristische Museumsstürmer Umberto Boccioni einen Rennwagen für schöner als die Nike von Samothrake hält, drängt es ihn immer wieder zur großen klassischen Menschengestalt. Dabei ist die Plastik Urformen der Bewegung im Raum keine abbildhafte Wiedergabe eines menschlichen Körpers. Sie veranschaulicht die Aktion des Vorwärtsschreitens. Mit seinen flammenflügelartigen Muskelverlängerungen, seinen Kugellagergelenken, seinen vor- und zurückweichenden Auswüchsen ist Boccionis Werk die plastische Ikone im Vorjahr des ersten Weltkrieges, deren Maschinenpathos sich bald in Schrecken verkehrt.

Von den weichen Formen des weiblichen Körpers ausgehend, erarbeitet Alexander Archipenko einen sitzenden Torso, bei dem Form und Raum eine untrennbare Einheit bilden. Die Gliedmaßen sind nur im Ansatz ausgeführt und bezeichnen als Teil der hier im Torso gegebenen Ganzheit das plastisch nicht Formulierte. Beim Gesicht beschränkt sich Archipenko auf die Andeutung der plastischen Elemente, wie Nase und Knochenpartie oberhalb der Augen. Organisch geformter Sockel und Figur stehen in unmittelbarer Beziehung zueinander.

Seit den frühen neunziger Jahren wächst bei dem italienischen Künstler Giuseppe Gallo das Interesse an surreal paradoxen Formen. Silhouettenhafte Figuren und Tiere, die anscheinend ihre Körperformen noch nicht ausdifferenziert haben, sind auf monochromen Untergrund mit symbolischen Balanceakten beschäftigt. Diese oft wiederholten ikonografischen Elemente werden mit pastosem Farbauftrag „modelliert“, mit Schriftzeichen und geometrischen Formen in Beziehung gesetzt und verweisen durch Zitate auf eine symbolische „Geheimschrift“ des Künstlers.

Liste der ausgestellten Arbeiten

  1. Wassily Kandinsky: Rund und Spitz

  2. Paul Klee: Gartensiedlung

  3. Julio Gonzalez: Tänzerin

  4. Fernand Léger: Taucher

  5. Oskar Schlemmer: Triptychon: Zwei Abgewandte

  6. Jacques Lipchitz: Arlequin à l’Accordeon

  7. Oskar Schlemmer: Szene am Tisch

  8. Umberto Boccioni: Urformen der Bewegung im Raum

  9. Max Ernst: Mutter mit Kind auf dem Erdball

  10. Max Ernst: Mövenflug

  11. Max Ernst: Junger Mann, gereizt durch den Flug einer Fliege

  12. Max Ernst: Capricorne

  13. Bernhard Martin: Sad Song – Branchenjammer

  14. Alexander Archipenko: Torso

  15. Giuseppe Gallo: Mischtechnik auf Holz

  16. Giuseppe Gallo: Mischtechnik auf Holz