METZLER KABINETT – ALTE BIBLIOTHEK, KHMA 2003-2004

Metzler Kabinett – Alte Bibliothek

Pressekonferenz

Kunsthalle Mannheim 10.12.2003

 
ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, JÖRG-MATTHIAS BUTZLAFF, EDMUND KONRAD, STEPHAN HEGER, DIETER HASSELBACH, ROLF LAUTER, METZLER KABINETT, PRESS CONFERENCE KUNSTHALLE MANNHEIM 10.12.2003

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, JÖRG-MATTHIAS BUTZLAFF, EDMUND KONRAD, STEPHAN HEGER, DIETER HASSELBACH, ROLF LAUTER, METZLER KABINETT, PRESS CONFERENCE KUNSTHALLE MANNHEIM 10.12.2003

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, JÖRG-MATTHIAS BUTZLAFF, EDMUND KONRAD, STEPHAN HEGER, DIETER HASSELBACH, ROLF LAUTER, METZLER KABINETT, PRESS CONFERENCE KUNSTHALLE MANNHEIM 10.12.2003

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, JÖRG-MATTHIAS BUTZLAFF, EDMUND KONRAD, STEPHAN HEGER, DIETER HASSELBACH, ROLF LAUTER, METZLER KABINETT, PRESS CONFERENCE KUNSTHALLE MANNHEIM 10.12.2003

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, JÖRG-MATTHIAS BUTZLAFF, EDMUND KONRAD, STEPHAN HEGER, DIETER HASSELBACH, ROLF LAUTER, METZLER KABINETT, PRESS CONFERENCE KUNSTHALLE MANNHEIM 10.12.2003

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, JÖRG-MATTHIAS BUTZLAFF, EDMUND KONRAD, STEPHAN HEGER, DIETER HASSELBACH, ROLF LAUTER, METZLER KABINETT, PRESS CONFERENCE KUNSTHALLE MANNHEIM 10.12.2003

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, HANS BICHELMEIER, DIETER HASSELBACH, ROLF LAUTER, METZLER KABINETT, PRESS CONFERENCE KUNSTHALLE MANNHEIM 10.12.2003

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, DIETER HASSELBACH, ROLF LAUTER, METZLER KABINETT, PRESS CONFERENCE KUNSTHALLE MANNHEIM 10.12.2003

Metzler Kabinett – Alte Bibliothek

Eröffnung

Kunsthalle Mannheim 23.06.2004

ROLF LAUTER, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, PODIUM FRIEDRICH VON METZLER, MANFRED FUCHS, DIETER HASSELBACH, ROLF LAUTER, KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

ROLF LAUTER, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, PODIUM FRIEDRICH VON METZLER, MANFRED FUCHS, DIETER HASSELBACH, ROLF LAUTER, KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, OPENING KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, OPENING KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, OPENING KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, OPENING KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, OPENING KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, OPENING KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, OPENING KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

ROLF LAUTER, FRIEDRICH VON METZLER, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, OPENING KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

rolf-lauter-alte-bibliothek-metzler-kabinett-opening-kunsthalle-mannheim-2004

ROLF LAUTER, DIETER & BELLE HASSELBACH, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, OPENING KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

ROLF LAUTER, DIETER & BELLE HASSELBACH, ALTE BIBLIOTHEK - METZLER KABINETT, OPENING KUNSTHALLE MANNHEIM 2004

 

 
 

Presseinformation

Kunsthalle Mannheim:

„Alte Bibliothek“ wieder in neuem Glanz

dank Förderung vom Bankhaus Metzler

 
 

„Wir möchten noch viele andere anstiften zum Stiften. Auf die gelungene Renovierung der „Alten Bibliothek“ werden sicher weitere Projekte folgen“, mit diesen Worten fasst Friedrich von Metzler den erfolgreichen Umbau in der Mannheimer Kunsthalle zusammen. Das Frankfurter Bankhaus Metzler hat die Renovierung der so genannten „Alten Bibliothek“ und des Grafischen Kabinetts im Ostflügel gefördert. „Einzigartiges zu entdecken, sich der eigenen Stärken wieder bewusst zu werden ist die aktuelle Herausforderung für jedes Gemeinwesen“, erklärt der Privatbankier weiter. Er wünscht sich die historischen Räume als Herzstück eines lebendigen, kulturellen Netzwerks in Mannheim. Nach Jahrzehnten der Zweckentfremdung als Büros sind die Räume wieder für die Öffentlichkeit zugänglich und werden für Ausstellungen und als Clubraum genutzt. Damit präsentiert sich die 1907 gebaute Kunsthalle als offene und moderne Institution und öffnet das gesamte Haus – nicht nur die Ausstellungsräume – für das Publikum. Die von Metzler geförderte Maßnahme ist nur ein Baustein von vielen bei der aktuellen Neugestaltung der Mannheimer Kunsthalle.

Das Frankfurter Bankhaus Metzler konzentriert sich als Investmentbank auf die Geschäftsfelder Asset Management, Corporate Finance, Equities, Financial Markets und Private Banking und baut seine Präsenz im Rhein-Neckar-Raum aus. In Frankfurt am Main gelten das Bankhaus und die Familie von Metzler seit jeher als Förderer von Kultur, Wissenschaft und sozialen Projekten; ihre Erfahrungen und ihre Kontakte werden sie auch für Mannheim einsetzen.

 
 

Ansprechpartner für Presseanfragen:

Sigrun Stosius, Tel. (0 69) 21 04 – 49 76

E-Mail: SStosius@metzler.com

 
 

Kunsthalle Mannheim

Friedrichsplatz 4 · 68165 Mannheim

Telefon 0621 293 6413

Telefax 0621 293 6412

www.kunsthalle-mannheim.de

kunsthalle@mannheim.de

 
 

Information

N. Pohl-Schneider

Telefon 0621 293 6428

Telefax 0621 293 47 6413

nadine.pohl-schneider@mannheim.de

 
 

Ausführungen von Friedrich von Metzler

anlässlich des Pressegesprächs

in der Kunsthalle Mannheim

am 23. Juni 2004

 
 

Es gilt das gesprochene Wort!

 
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

knapp ein halbes Jahr ist vergangen, seit wir uns das letzte Mal getroffen haben. Es hat sich viel bewegt in dieser Zeit. Ich freue mich sehr, Sie wieder in der Kunsthalle begrüßen zu können.

Die Resonanz auf unser letztes Pressegespräch im Dezember war außerordentlich groß. Damals wurde die Renovierung dieses Raumes angekündigt. Heute sind Sie gekommen, um sich die Ergebnisse vor Ort, in der „Alten Bibliothek“ anzusehen. Denn Ihnen, den Mannheimern und den Menschen in der Region Rhein-Neckar liegt es am Herzen, dass ein so wertvoller Raum erhalten bleibt.

Ein großes Echo in den Medien – am besten noch ein positives – ist Belohnung für alle Aktiven, die sich für den Umbau stark gemacht haben. Ich bin sicher, der gelungene Umbau der Alten Bibliothek wirkt belebend auf all die weiteren Projekte, die noch angepackt werden müssen. Der Erfolg wird hoffentlich auch über die Kunsthalle hinaus in die Stadt und die Region strahlen. Erfolg wirkt immer beflügelnd und zieht weiteren Erfolg an, er schafft Vertrauen und Identifikation. Ich wünsche mir sehr, dass sich viele Nach­ahmer finden. Denn neben dem eigentlichen Stiften hat für mich das Anstiften zum Stiften einen fast noch größeren Stellenwert.

Es ist wichtig für jedes Gemeinwesen, sich stets vor Augen zu führen, wo in unmit­tel­barer Umgebung Schätze schlummern, die wieder entdeckt, geborgen und aufpoliert werden müssen. Um kulturelle Highlights zu erleben, kann man nach Paris oder New York reisen. Aber man muss es nicht! So viel Einzigartiges liegt vor der eigenen Haustür. Sich dieser Einzigartigkeit bewusst zu werden, ist oft der erste Schritt zur Initiative. Es ist meine tiefste Überzeugung, dass der Mensch gestalten will: Vorhandenes nutzen, ausbauen, umbauen, mit Neuem verknüpfen oder gar Widersprüchliches miteinander verbinden. Dabei hilft das Wissen um die eigene Stärke und ein Gespür für Chancen. Der Glaube an das Machbare begeistert uns, ermutigt uns, bringt Menschen miteinander in Kontakt – und führt schließlich zu den besten Ergebnissen. Die Kunsthalle Mannheim birgt all diese Möglichkeiten –sie nutzt sie und ist somit auf dem richtigen Weg. Mit Dr. Lauter und Dr. Hassel­bach hat sie zwei Protagonisten an der Spitze – die jeder auf seine Weise – es ein ums andere Mal schaffen, die Kunsthalle in das ihr gebührende Licht zu rücken. Die Medien kommen gar nicht darum herum, darüber zu berichten, Stadt und Region immer wieder klar zu machen, welch ein Kleinod sie besitzen.

„Was hat Metzler denn mit der Kunsthalle Mannheim zu tun?“, werden Sie sich viel­leicht gefragt haben, als Sie die Einladung erhielten. Ich lege gerne die Karten auf den Tisch: Wir blicken über den Tellerrand hinaus. Frankfurt ist unsere Basis, seit 330 Jahren schon. Aber wir wissen, dass die Region um Mannheim für Metzler wirt­schaftlich sehr interessant ist. Metzler ist in erster Linie eine erfolgreiche Bank. Unsere Unterstützung für die Kunsthalle ist ein Entree in die hiesige Unternehmens- und Unternehmerlandschaft. Wenn möglich, möchten wir hier Kundenbeziehungen aufbauen. Allerdings wird niemand mit uns in Geschäftsbeziehungen treten, weil wir so kunstsinnig sind. Unsere Leistungen müssen im Wettbewerb bestehen. Unser Angebot wird er ganz unvoreingenommen prüfen und wir müssen uns als professionelle Investmentbanker oder Privatbankiers beweisen, bevor wir ihn als Kunden für uns gewinnen können. Umgekehrt ist wichtig, deutlich zu machen, dass nur unser wirtschaftlicher Erfolg es überhaupt erst ermöglicht, das wir uns gesellschaftlich engagieren können.

Unser Mäzenatentum ist somit nicht gänzlich altruistisch. Genauso wenig altruistisch wie es Dr. Hasselbach war, als er Metzler mit dem Gedanken konfrontierte, sich in Mannheim zu engagieren. Er fand ein offenes Ohr, denn die Kunsthalle hat einen sehr guten Ruf, der bis nach Frankfurt gedrungen ist. Für mich ist das die beste Bestätigung für meine Theorie, dass erfolgreiches Zusammenarbeiten durch die Verbindung in Netzwerken beginnt. Die darauffolgenden Gespräche und Besuche schufen Vertrauen für eine weitere Zusammenarbeit, führten zu neuen Ideen und fanden ihren erfolgreichen Abschluss in der Fertigstellung eines Förderprojektes.

Die Renovierung der „Alten Bibliothek“ und des nebenan liegenden Grafischen Kabinetts im Ostflügel sind ein gutes Beispiel für ein musterhaftes Förderprojekt. Denn das Konzept war klar umrissen, der Erfolg ist eindeutig messbar. Das hat uns überzeugt. Nicht nur, dass wunderschöne Räumlichkeiten wieder in altem Glanz erstrahlen und ihrer eigentlichen Bestimmung zurückgegeben werden – nein, mehr noch, dass sie damit nach Jahrzehnten erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Denn die wenigsten Mannheimer dürften dort jemals Zutritt gehabt haben. Ein wichtiger Schritt für die Kunsthalle, sich als offene und moderne Institution zu präsentieren und das gesamte Haus – nicht nur die Ausstellungsräume – dem Publikum zu öffnen. Unsere Maßnahme ist nur ein Baustein von vielen.

Hier haben, jeder auf seine Weise, viele verschiedene Spezialisten zusammengearbeitet. Jedem einzelnen von Ihnen gebührt mein Dank: von der Museumsleitung bis hin zu den vielen Handwerkern, die in mühsamer, stundenlanger Handarbeit die Holzvertäfelungen polierten, den Terrazzo geschliffen oder den Stuck wieder aufgearbeitet haben. Das ist bei der Arbeit in einem Finanzinstitut nicht anders als in einem Museum. Nur wenn alle Rädchen perfekt ineinander greifen, ist das Ergebnis optimal. Die neue „Alte Bibliothek“ kann sich nun wieder sehen lassen. Es ist für mich zutiefst befriedigend zu erleben, wie unser finanzielles Engagement hier sinnlich erlebbar wird.

Die „Alte Bibliothek“ wird in Zukunft als Clubraum genutzt. Ein Raum, in dem sich Kunstinteressierte, Kunstvermittler und Künstler treffen, austauschen, wohlfühlen, Ideen spinnen können, sich kennen lernen und neue Netzwerke knüpfen können. Auch wenn heute die multimedial-elektronischer Verkabelung allgegenwärtig ist, bleibt das direkte Gespräch die Basis allen menschlichen Miteinanders. Das ist sowohl in der Kunst so, als auch im Bankgeschäft des 21. Jahrhunderts. Wohl stimmt das Bild, dass Computer blitzschnell weltweit die Geschäfte abwickeln. Doch an den Finanzmärkten handeln – bei aller Unterstützung durch die Elektronik – letztendlich Menschen. Und Menschen untereinander müssen Vertrauen entwickeln, um langfristig erfolgreiche Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Wir bei Metzler pflegen seit jeher den Dialog in kleiner Runde mit Geschäftspartnern, Kunden, sogar mit Wettbewerbern. Es ist ein Grundpfeiler unsere Selbstverständnisses und sicher ein Geheimnis unseres Erfolges. Nur durch einen intensiven unmittelbaren Austausch kann man sich kennen lernen, einander auch ein­mal auf den Zahn fühlen, Verständnis füreinander entwickeln und sich für ge­mein­same Projekte begeistern. Und dies nicht nur kurzfristig, sondern mit dem Wil­len zur langfristigen produktiven Zusammenarbeit. Das braucht Zeit, dafür braucht man Vertrauen. Dafür braucht es manch gutes Gespräch.

Ich wünsche mir sehr, dass die besondere Atmosphäre der „Alten Bibliothek“ ein fruchtbarer Boden für viele solche „guter“ Gespräche sein wird, das Herzstück eines neuen, lebendigen Netzwerkes in Mannheim.

 
 

Rede von Dr. Rolf Lauter

anlässlich der Einweihung

der restaurierten „Alten Bibliothek“

mit Ausstellungsraum im Ostflügel

der Kunsthalle Mannheim

am 23. Juni 2004

 
 

Es gilt das gesprochene Wort!

 
 

Lieber Herr Bürgermeister Dr. Kurz, liebe Frau von Metzler, lieber Herr von Metzler, sehr geehrter Herr Fuchs, sehr geehrter Herr Konrad, liebe Freunde der Kunsthalle Mannheim,

diese Vorbesichtigung am heutigen Abend gibt uns allen die Gelegenheit, einen weiteren Schritt der Kunsthalle in eine spannende und von Kultur durchdrungene Zukunft mitzuerleben. Wir eröffnen heute die restaurierte alte holzgetäfelte Bibliothek, die nach den Entwürfen des Architekten Hermann Esch (1879-1956) im Jahr 1912 aus Eichenholzschränken gebaut wurde, sowie einen an diese angrenzenden Ausstellungsraum. Dass wir dieses Ereignis feiern können verdanken wir vor allem dem großen Engagement und der finanziellen Förderung durch das Bankhaus Metzler seel. Sohn & Co. KGaA, Frankfurt am Main. Lieber Friedrich von Metzler, lieber Herr Konrad: für diese besondere Förderung möchten wir uns am heutigen Abend bei Ihnen herzlich bedanken.

Dank Ihrer Unterstützung konnten wir die beiden lange für die Öffentlichkeit nur bedingt zugänglichen Räume im Altbau renovieren, ihnen ihr altes Aussehen zurückgeben. Dabei wurden der alte Terrazzoboden wieder freigelegt, das Holz in Abstimmung mit der Denkmalpflege aufgearbeitet, die ursprünglichen Lampen rekonstruiert, die originalen Grafiktische aufgearbeitet und wieder aufgestellt. Was Sie heute sehen ist in der Tat eine wiederentdeckte „Alte Bibliothek und Wunderkammer“. In ihren Schränken und Regalen sind vor allem ältere Zeitschriftenbände und Jahrbücher, die teilweise originale Grafiken enthalten, aber auch großformatige Mappenwerke untergebracht.

Am Jahresende 1910 rief der erste Direktor der Kunsthalle, Fritz Wichert, ein Kunstwissenschaftliches Institut mit Grafischer Sammlung sowie eine Reproduktions- und Lichtbildersammlung ins Leben. Beide Abteilungen wurden damals in den heute eröffneten Räumen beherbergt. Während der untere Raum als Kunsthallen-Bibliothek eingerichtet wurde, diente der obere, etwas höher gelegene Raum als Präsentationsraum für „Meisterwerke der Graphik“. Am 4. Mai 1913 wurde der neue Ostflügel der Kunsthalle offiziell eingeweiht.

Mit der Gründung des „Freien Bundes zur Einbürgerung der Kunst in Mannheim“ im Jahr 1911 wollte Wichert gleichzeitig seine Vorstellungen moderner kultureller Bildungsarbeit in die Tat umsetzen. In den wenigen Jahren bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte er ein umfangreiches Vortragswesen im Rahmen der ”Akademie für Jedermann”, veranstaltete Führungen und didaktische Ausstellungen. Der „Freie Bund“ war mit seinen zeitweise über siebentausend Mitgliedern als ”Mannheimer Bewegung” bald zu einem Modell städtischer Kulturpolitik geworden, das aber auch weit über Mannheims Grenzen hinaus wahrgenommen wurde.

Von heute an wird die „Alte Bibliothek“ mit Ausstellungsraum wieder als ein würdiger, attraktiver Ort für Symposien, Lesungen, Seminare, Diskussionsveranstal-tungen, Ausstellungen oder Empfänge dienen können. Sie wird für die Kunsthalle zum Symbol des wieder aufblühenden kulturellen Salons, wo sich Menschen der Kunst, Kultur, Politik und Wissenschaften zukünftig zum intensiven Gedankenaustausch über die Werte in unserer Gesellschaft sowie über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Förderung von Kunst, Kultur und Kreativität unterhalten werden.

Mit der Sonderausstellung „Wunderkammer Privatsammlung I“ beginnt in der Kunsthalle Mannheim ein neuer Ausstellungszyklus, der zum Ziel hat, in rhythmischer Folge unterschiedliche internationale Privatsammlungen vorzustellen. Im Vordergrund unseres Interesses steht dabei nicht primär, einen Überblick über die Bestände von diversen bekannten oder unbekannten, berühmten oder verborgenen Sammlungen zu geben, sondern vielmehr der Wunsch, charakterisierende Annäherungen an verschiedene Sammlerpersönlichkeiten zu wagen. Mit dem Projekt wollen wir „imaginäre Porträts“ von einigen der interessantesten Sammlerfiguren unserer Zeit entwerfen, möchten wir ihre Wünsche, Interessen, Leidenschaften und Obsessionen als Ausdruck einer individuellen Weltaneignung vorstellen. Dabei bilden sowohl der subjektive Wille, als auch das obsessive Verlangen, sich in der Welt mit wertstiftenden oder grenzgängerischen Positionen individuell zu manifestieren, wesentliche Grundlagen privater Sammelleidenschaft.

Die im 16. und 17. Jahrhundert entstandenen Kunst- und Wunderkammern sowie das sich daraus entwickelnde Kuriositätenkabinett dienen hierbei als Ausgangspunkt für die Formulierung der Idee vom Sammeln, das als individuell geprägtes Universum, Spiegel einer repräsentativen Welterfahrung oder Reflex eines privaten Kosmos ausgerichtet sein kann. Entsprechend werden in diesem Zusammenhang temporär auch Objekte zu sehen sein, die den Bereichen der „Naturalia, Mirabilia, Artefacta, Scientifica, Antiquites und Exotica“ zuzuordnen sind sowie in ihrer Gesamtheit die Idee des Museums widerspiegeln.

Die erste Privatsammlung, die wir vorstellen, kommt aus Deutschland. Die gezeigten Werke, welche wir gemeinsam mit dem Sammlerehepaar ausgewählt haben, beziehen sich im Kern auf Fragen der Sprache und der Bedeutung von Kunst. Werke der unterschiedlichsten Gattungen und Medien – so etwa Fotografie, Film, Objektkunst oder Rauminstallation – bilden den formal-ästhetischen Rahmen der Präsentation. Darüber hinaus konzentrieren sich die Werkinhalte verdichtet auf Fragen von Raum und Zeit, Geschichte und Gegenwart, Wahrnehmung und Erinnerung, Imagination und Intuition oder Funktion und Kontext in der künstlerischen Gestaltung.

Betritt man den Ausstellungsraum, der von klaren Raumproportionen, einem sehr schönen Terrazzoboden und diffusem Seitenlicht geprägt ist, fällt einem im hintersten Raumteil sofort eine hochaufragende Installation auf: Das „Goldene Zimmer“. Es handelt sich dabei um eine aus drei gewinkelten Wandpaneelen eingefasste und mit drei plastischen Werken ausgestattetes Raumgebilde, dessen Höhe über drei Meter erreicht. Michel Majerus und Stephan Balkenhol haben das Werk nach einem Konzept von Ruediger Schoettle im Jahr 1989 geschaffen.

Majerus gestaltete die Außenkonstruktion aus drei – im Winkel von 110o aufgestellten – Wandelementen, die jeweils eine türartige Öffnung freilassen, durch die man das Werk begehen kann. Die Wandelemente überstrich er zunächst mit einem Fond aus zartem Rosa. Danach übermalte er sie an den beiden vertikalen Kanten des vorderen Eingangs mit folgenden Sätzen: „Demand the best. Don’t accept excuses.“ Auf den hinteren Aussenwänden erscheinen zudem gemalte Weltkugeln verschiedener Größe. Der Text verweist auf Schriften aus Computerspielen.

Betritt man das Innere des offenen Raumes, der mit silberfarbenen Stoffen ausgekleidet ist, steht man zunächst einer bildhaft ausgeschnittenen, reliefartig aus Holz gearbeiteten, überlebensgroßen Mädchenfigur in blauem Kleid gegenüber. Neben ihr taucht ein ebenso überlebensgroß aus Holz gestalteter Hase sowie ein rundes Tischchen aus Plexiglas auf, an dessen Tischrand umlaufend in Druckschrift steht: „How she longed to get out of the dark hall and wander about among those beds of bright flowers and those cool fountains.“ Wir sehen uns ohne Frage einer grob skizzierten überdimensionierten Figur von Alice im Wunderland gegenüber, die sich in dem „Goldenen Zimmer“ der Phantasie, des Märchens und der „anderen Wirklichkeit“ befindet, welche unserer alltäglichen Wirklichkeit diametral gegenübersteht.

Während die hölzernen Figuren Balkenhols und der transparente, entmaterialisierte Tisch sich in ihrer flüchtigen Machart dem Ephemeren, Märchenhaften des Innenraumes anpassen, bilden die von Majerus gestalteten konkreten Raumwände eine klare Zäsur zur Außenwelt der Alltagsrealität, der Welt von Gameboy und Grafik Design, von Werbung und Videospielen, die aber heute den eigentlichen Alltag von Kindern und Jugendlichen ausmachen. Nicht mehr die von Phantasie und assoziativen Gedanken geprägten Welten der Imagination beherrschen unsere Welt, sondern die von Videowelten herausgeforderten und von Informationstechnologie bestimmten mechanistischen Strukturen des Lebens.

Balkenhol und Majerus haben mit ihrer eindringlichen Arbeit ein polares Weltbild entworfen, das zwar teilweise noch den Glauben an die Phantasie und Kreativität, gleichzeitig aber auch schon die Zerstörung dieser positiven Werte aufzeigt.

Vom Eingang kommend bemerkt man nun auch eine zweite Arbeit, ein Bodenobjekt von Michel Majerus aus dem Jahr 1999, bestehend aus zwei langgestreckten, weiß beschichteten Holzquadern, die auf beiden vertikalen Seiten Sätze in Druckbuchstaben tragen. Der eine lautet: „It does not really matter what things look like if you can`t see them that well anyway” (“Wenn man Dinge nicht gut sehen kann, kommt es auch nicht auf ihr Aussehen an.”). Der andere lautet: „Not much is thrown away because there really is no place to throw it.“ (“Es wird nicht viel weggeworfen, weil man nicht weiß wohin.“).

Beide Sätze thematisieren Fragen der Wahrnehmung und die damit zusammenhängenden Erkenntnisse über die Welt der Dinge. Beide Aussagen treffen zwar im Kern zu, sind aber nicht unbedingt für unsere heutige Welt schlüssig. Insofern hinterfragt Majerus die Bedeutung von Sprache und das Funktionieren von Sprachsystemen zu unterschiedlichen Zeiten. Raum, Zeit, Sprache, Wahrnehmung und Lesen bilden damit die Ausgangspunkte für die Rezeption von Kunst und ihren Sinnzusammenhängen. Das Befragen von Gegenständen wird hier zur metapher vom „Lesen der Kunst“.

Links neben der Bodenarbeit erzählt Józef Robakowski in seinem Video, das Schwarz-Weiß-Aufnahmen einer 16mm Kamera zeigt, Szenen aus seinem Leben, seinen Beobachtungen von Nachbarn, die er mit der Kamera aus seinem Wohnungsfenster gemacht hat. Später nahm er mit der Videokamera die Schwarz-Weiß-Film- und teilweise auch Videosequenzen, die in den Jahren 1978 bis 1999 entstanden sind, unter Hinzufügung seiner Kommentare auf. Die alltäglichen Szenen, Bilder aus der Stadt Lodz, zeigen teils wehmütig, teils kritisch betrachtend bekannte Menschen, Szenen, Verhaltensweisen, Alltagsrhythmen oder andere scheinbar banale Erfahrungen, die aber alle im Leben der Menschen aus seiner Umgebung eine besondere Bedeutung einnehmen. Die Struktur des Films folgt Bildern vom rhythmisch immer wiederkehrenden Schnee, Menschen oder Menschenansammlungen mit unterschiedlichen Kleidungen oder allmählich von westlicheren Trends bestimmten Autotypen. Zyklen und überszenische Anspielungen machen dabei den hohen inhaltlichen und weniger dokumentarischen Wert des Kunstwerks aus. Robakowski zeigt uns seine subjektiven Erlebnisse von Welt als einen filmischen Spiegel von Geschichte und Erinnerungen, erzählt uns gleichzeitig aber auch seine Erfahrungen und Gefühle an individueller Welterfahrung, die beispielgebend für eine ganze Generation sind.

Gleich neben dem Treppenabgang zur neu restaurierten „Alten Bibliothek“ hängen zwei großformatige Fotografien von Candida Höfer. Die linke der beiden zeigt eine frontale Innenansicht der Bibliothek von „Schloss St. Emmeram, Regensburg“ (2003), die rechte dagegen die Schrägansicht eines Innenraumes aus dem „Palazzo Pisani Moretta, Venezia“ (2003). Die beiden in C-Print-Technik ausgeführten Fotografien entführen uns mit ihrer teils dokumentarischen Präzision, teils großdimensionierten Offenheit in die Welten der Archive, Bibliotheken, Sammlungen, Wunderkammern anderer Zeiten, die unser kollektives Gedächtnis bestimmen. Dabei fordert die Situation der menschenleeren Räume eine erhöhte Konzentration des Betrachters für die dargestellten Inhalte heraus. Wir sehen serielle Reihungen von Büchern, Ordnungssysteme oder Präsentationsstrukturen, die sich auf unterschiedliche Formen der Klassifizierung von Gegenständen, Büchern oder Kunstwerken beziehen. Differenzierungen zwischen Ordnungsstrukturen für Bücher oder Kunstwerke manifestieren sich dabei ebenso, wie die kulturellen oder zeitlichen Unterschiede der ausgestalteten Räume. Fotografie zeigt uns im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von Realität, wie wir sie uns gemacht haben, eine Realität der Kulturgüter, die uns bis heute gleich einem Wunder vorkommen.

Die „Wunderkammer Privatsammlung“ führt uns zurück zu den Ursprüngen der Kultur, zum Sammeln und den daraus folgenden komplexen Wertesystemen, die unsere Welt um ein Vielfaches erträglicher machen.

In der neuen „Alten Bibliothek“ wird die Idee vom „Lebendigmachen des Kunstbesitzes der Kunsthalle“ in prägnanter Form verwirklicht. Im „Metzler’schen Salon Mannheim“ werden wir ab heute Werke der Kunst und andere Artefakte, kurioses und skurriles, Fundstücke oder Produkte verschiedener Zeiten und Kulturen mit Werken der Gegenwartskunst in einen fruchtbaren Dialog bringen. Dieses Konzept ist – wie Sie meine Damen und Herren sicher alle wissen – Grundlage der sogenannten neuen Kunsthalle, die damit die Aufgabe übernommen hat, zeit-und raumübergreifende Dialoge zu fördern.

Ihr vorbildhaftes Engagement für die Kunst und Kultur lieber Herr und Frau von Metzler, soll über diesen Abend hinaus zu einer Botschaft werden. Ihr Motto „Anstiften zum Stiften“ wird hoffentlich zu unser aller Wohl mit Nachhaltigkeit aufgenommen.

Ohne Dieter Hasselbach, den Vorsitzenden des Förderkreises für die Kunsthalle, wäre die Brücke Mannheim – Frankfurt nicht zustande gekommen. Ihm und Herrn Konrad, der bei dem Dialog zwischen Unternehmen und Kultur den zweiten Brückenkopf darstellt, danke ich sehr herzlich für ihr Engagement.

Allen an der Restaurierung und Renovierung beteiligten Personen, und hier zuallererst den Architekten Andreas Schmucker und Michael Schneider, möchte ich für Ihre intensive und kompetente Arbeit sehr danken. In diesen Dank eingeschlossen sind auch Herr Dr. Wenz vom Landesdenkmalamt Karlsruhe, Herr Käppel von SKL Lichttechnik, die Berliner Messinglampen GmbH sowie die an den ausführenden Arbeiten beteiligten Firmen Döring, Holländer, Trabandt, KDT und Stoffaneller.

Allen Mitarbeitern der Kunsthalle, die an den Umbau- und Umräumarbeiten beteiligt waren, und hier vor allem unserer Bibliothekarin Frau Dausch, danke ich sehr herzlich für ihre Mühe.

Zum Schluss möchte ich noch unserer Hoffnung Ausdruck verleihen, dass die Räume im Sinne Fritz Wicherts wieder ein Ort der kulturellen Begegnung für alle werden, ein Ort des Gesprächs, der Diskussion, des Forschens, Studierens, Lernens und Staunens, der leidenschaftlichen Beschäftigung mit Kunst und Kultur und deren Vermittlung.

Vielen Dank

Rolf Lauter