DER NEUE SKULPTURENPARK, KHMA 2006 & 2007

James Turrell „Four Eyes“ (2007) und der neue Skulpturenpark 

Kunsthalle Mannheim 2006 – 2007

 

James Turrell „Four Eyes“ (2007) und der neue „Skulpturenpark Kunsthalle“, Kunsthalle Mannheim 2007

Am 9. März eröffnet die Kunsthalle den neuen Skulpturenpark mit den für die beiden Glasfassaden am Neubau konzipierten einzigartigen Lichtinstallationen „Four Eyes“ von James Turrell. James Turrell ist einer der berühmtesten Künstler der Gegenwartskunst, der mit dem Medium Licht arbeitet. Sein bildnerisches Denken konzentriert sich auf das Farbenspektrum des natürlichen Lichts, das er in seinen architekturbezogenen Arbeiten mit kaum sichtbaren Lichtkörpern zum Ausdruck bringt. Der Titel „Four Eyes“ stellt eine Verbindung des Werks zu dem „Vier-Augen-Dialog“ zwischen zwei Menschen her. Die von einem speziell entwickelten Computerprogramm gesteuerten Lichtsituationen und Lichtmodulationen, die sich innerhalb der Spektralfarben ereignen, offenbaren sich dem Auge des Betrachters in kaum wahrnehmbaren feinsten Übergängen und lassen die Lichtkörper in der Museumsarchitektur am Abend zu einem künstlerischen Highlight werden.

Um den Altbau und Neubau der Kunsthalle werden bis zum 1. Mai, dem Eröffnungsdatum der Sonderausstellung „100 Jahre Kunsthalle Mannheim“, bereits vorhandene und neue Außenplastiken versammelt, um den Besuchern ein breiteres Spektrum an dreidimensionalen Ausdrucksformen vorzustellen. Damit möchte die Kunsthalle die seit dem vierten Direktor Heinz Fuchs intensiv begonnene Tradition des Sammelns von Plastiken eine Fortsetzung in die Gegenwart folgen lassen.

Während die vier Ecken der gesamten Architekturanlage mit den vier Eckpfeilern von Nigel Hall, Alf Lechner, Erwin Wortelkamp und Willfried Hagebölling markiert wirden, konzentrieren sich die meisten plastischen Bildwerke auf die Freiflächen zwischen Alt- und Neubau. Hier sind schwerpunktmäßig auf der Nord-Ost-Seite der landschaftlichen Umgebung Arbeiten von Werner Pokorny, Richard Scheibe, Klaus Duschat, Tony Cragg, Hermann Kleinknecht, Gerhard Marcks, Morice Lipsi, Erich Hauser, Willhelm Loth, Erwin Wortelkamp und Hans Nagel platziert, während neben dem Eingang des Altbaus zwei Arbeiten von Philipp Harth und David Nash zu sehen sind.

DieWahrnehmungssituation am Abend wird auf den genannten Arealen in einer ersten Phase am Abend behutsam mit Licht unterstützt, während die Lichtinstallationen von Turrell  am Neubau aus der Architektur heraus leuchten. Damit ist ein erster Schritt in Richtung auf eine lichtästhetisch ganzheitliche Wirkung der Kunsthallen Architektur zum 100-jährigen Jubiläum geleistet.

Rolf Lauter

Skulpturenpark Kunsthalle Mannheim  2006